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Geld oder Leben

Es beherrscht der Obolus seit jeher unsern Globulus. Mit anderen Worten: Der Planet sich primär um das eine dreht!

Mit diesen Zeilen beginnt das wohl vielen bekannte Lied «Geld oder Leben», 1985 von der österreichischen Rockband Erste Allgemeine Verunsicherung veröffentlicht. Ja, das liebe Geld. Irgendwie verbindet uns wohl alle eine gewisse Hassliebe damit. Einerseits ein lästiges Thema, über das wir am liebsten gar nicht sprechen möchten. Andererseits vergeht kein Tag, an welchem es uns nicht begleitet.

Da stellt sich natürlich die Frage: Warum ist das eigentlich so? Darüber ist viel nachgedacht worden, und es gibt unzählige Erklärungsansätze, exotische und weniger exotische. Beispielsweise derjenige, dass Geld an sich keinen Wert hat. Vereinfacht gesagt: Geld halt lediglich den Wert, den wir als Teilnehmer am Geldsystem diesem zugestehen. Und das ist eben genau der springende Punkt, Geld erfordert nämlich vor allem eines: Glaube. In dem Moment, in welchem Menschen nicht mehr an den Wert des Geldes glauben, verliert es diesen. Eindrücklich konnte man das in Deutschland während der Phase der Hyperinflation beobachten. Da war es zeitweise üblich, die Wände direkt mit Geldnoten zu tapezieren, wie nebenstehende Aufnahme aus dem Jahr 1923 belegt!

Nun wäre es sicher verfrüht, an dieser Stelle festzustellen: So ist es halt. Nein, denn «Glaube» ist letztlich das zentrale Thema des Christentums. Immer wieder stellen sich Menschen in der Bibel diese Frage: Woran soll ich denn glauben? Eindrücklich lesen wir davon bereits in der Geschichte vom goldenen Kalb. Da wird erzählt, wie sich die Israeliten selber einen Götzen erschaffen, eben dieses goldene Kalb. Greifbar und offensichtlich äusserst wertvoll ersetzt es den Glauben an den Gott, auf dessen Worte sie nicht mehr warten wollen.

Es ist augenscheinlich, dass ein solcher Glaube von kurzer Dauer sein muss. Als Korrektiv führt uns diese Geschichte zum Ausgangspunkt unserer Überlegungen zurück. Geld per se ist weder schlecht noch gut. Aber es ist problematisch, wenn es zum Selbstzweck wird und zur - glaubensmässigen - Kurzsichtigkeit führt. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen scharfen «Glaubensblick».

Simon Wandel


Vision Kirche 21 - Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn